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Getreideexporte aus der Ukraine stehen unter Druck, da Landwirte auf Betriebsmittelkredite zurückgreifen

August 25, 2026

Die Getreideexporte der Ukraine geraten zunehmend unter Druck, da die eskalierenden Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen wichtige Handelswege unterbrechen und die finanzielle Belastung für die Landwirte des Landes erhöhen. Sergey Atamas von Kreston Ukraine erläutert gegenüber Trade Finance Global seine Sichtweise zu den Auswirkungen der Angriffe auf die Branche.

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Die Landwirtschaft spielt nach wie vor eine zentrale Rolle für die ukrainische Wirtschaft, wobei über das Schwarze Meer normalerweise rund 90 % der landwirtschaftlichen Exporte des Landes abgewickelt werden. Die jüngsten Angriffe auf Häfen und die Schifffahrtsinfrastruktur hatten daher erhebliche Auswirkungen auf Erzeuger, Exporteure und die globalen Getreidemärkte.

Sergey Atamas , Managing Partner bei Kreston Ukraine , hob in seinem Beitrag zur Analyse von Trade Finance Global die finanziellen Folgen der Störungen hervor. Die Prognose für die ukrainischen Getreideexporte wurde aufgrund der Angriffe auf Häfen von 43 Millionen Tonnen auf rund 38 Millionen Tonnen nach unten korrigiert, während alternative Exportrouten nur über begrenzte Kapazitäten verfügen und deutlich teurer sind.

„Eine Finanzierung kann Unternehmen Zeit verschaffen, aber sie kann keinen physischen Exportengpass beseitigen. Die Ukraine rechnet in diesem Jahr mit einem Export von rund 60 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten, während alternative Transportwege derzeit nur etwa die Hälfte dieses Volumens bewältigen können.“

Atamas erklärte gegenüber „Trade Finance Global“, dass alternative Routen nur etwa die Hälfte des erforderlichen Exportvolumens abdecken könnten und die Transportkosten um etwa 50 Euro pro Tonne erhöhen würden. Er warnte davor, dass dies die Gefahr berge,„ein logistisches Problem in ein Bilanzproblem zu verwandeln“.

Dieser Druck entsteht zu einer Zeit, in der ukrainische Landwirte mit höheren Kosten für Kraftstoff, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Arbeitskräfte zu kämpfen haben. Gleichzeitig zögern viele Erzeuger, ihre Ernte zu niedrigen Preisen zu verkaufen, was ihren Liquiditätsbedarf erhöht, während sie auf günstigere Marktbedingungen warten.

Nach Angaben von TFG verzeichnete die PrivatBank im Juli und August – Monate, die normalerweise als Nebensaison gelten – einen Anstieg der Nachfrage nach Betriebsmittelkrediten um 20 %. Landwirte bemühen sich zudem um eine Umschuldung ihrer kurzfristigen Kredite, während Banken und die ukrainische Regierung zusätzliche Finanzierungsmechanismen bereitstellen, die landwirtschaftlichen Betrieben mehr Flexibilität verschaffen sollen.

Die Beeinträchtigung der ukrainischen Getreideexporte hat Auswirkungen, die weit über die Grenzen des Landes hinausreichen. Die Ukraine liefert rund 6 % des weltweiten Weizens und 11 % des weltweiten Maises, weshalb die Sicherheit und Effizienz ihrer Exportinfrastruktur ein wichtiger Faktor für die internationale Nahrungsmittelversorgung und Preisgestaltung ist.

Während alternative Transportwege und finanzielle Unterstützung dem ukrainischen Agrarsektor bei der Anpassung helfen, verdeutlichen die Äußerungen von Atamas die umfassendere wirtschaftliche Herausforderung: Störungen in der Exportlogistik führen zunehmend zu höheren Kosten, einer angespannteren Liquiditätslage und einem größeren Bilanzdruck für ukrainische Agrarunternehmen.