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Jelena Mihic
Geschäftsführerin bei Kreston MDM Serbia
Jelena Mihic Munjic, Geschäftsführerin von Kreston MDM Serbia, ist zugelassene Wirtschaftsprüferin, Buchhalterin und eingetragene Gerichtsgutachterin für Wirtschaft und Finanzen.

Eine neue Phase für die zweite Säule: Von der Modellierung zur Ausführung

March 30, 2026

Multinationale Unternehmen treten in eine kritische Phase bei der Umsetzung der zweiten Säule ein, in der die Ausführung und die Datenbereitstellung ebenso wichtig werden wie die technische Auslegung. In diesem Artikel für International Tax Review erörtert Jelena Mihić Munji, Vorsitzende des Kreston Global Europe Committee, das “Side-by-Side”-Konsolidierungspaket der OECD, das einen entscheidenden Wechsel von der theoretischen Modellierung zur praktischen Anwendung markiert. Klicken Sie hier, um den vollständigen Artikel zu lesen, oder finden Sie unten eine Zusammenfassung.

Das Paket bildet die technische Brücke zwischen den nationalen GloBE-Vorschriften und dem OECD-Rahmenwerk. Ohne eine Angleichung der internen Systeme an diese aktualisierten Mechanismen riskieren Unternehmen Abstimmungsdiskrepanzen, Doppelbesteuerung und ein erhöhtes Prüfungsrisiko in ihrem ersten Berichtszyklus.

Einbindung der Compliance in das Tagesgeschäft

Das Paket dient praktisch als technisches Handbuch, das sicherstellt, dass die inländischen Mindeststeuern (QDMTTs) und die Einkommensanrechnungsregel kohärent funktionieren. Infolgedessen müssen die Steuerteams über die auf Tabellenkalkulationen basierenden Prozesse hinausgehen und zu prüfungsfähigen Berechnungsprogrammen übergehen, die auf die verfeinerten Definitionen der erfassten Steuern abgestimmt sind.

Diese Verlagerung erfordert detailliertere Daten auf Ebene der Gerichtsbarkeit und überträgt den Steuerprüfern und IT-Steuerfunktionen eine größere Verantwortung. Die Sicherstellung der Datenintegrität und der Systembereitschaft in den verschiedenen Rechtsordnungen ist jetzt von zentraler Bedeutung für die Einhaltung der Vorschriften.

Der Leitfaden führt auch Verfeinerungen bei der Berechnung des effektiven Steuersatzes (ETR) ein, insbesondere im Hinblick auf die Behandlung latenter Steuern und den Umgang mit zusätzlichen Steuern aus dem Vorjahr. Unternehmen müssen latente Steuerpositionen genau überwachen, insbesondere solche, die sich wahrscheinlich nicht innerhalb von fünf Jahren umkehren werden, und die korrekte Zuordnung von Steuern innerhalb von Konzernstrukturen sicherstellen.

Daten, Systeme und sektorspezifische Herausforderungen

Die zweite Säule erhöht die Datenanforderungen erheblich, so dass manuelle Prozesse nicht mehr praktikabel sind. Unternehmen müssen ihre ERP- und Konsolidierungssysteme verbessern, um GloBE-spezifische Datenpunkte zu erfassen, und Analysetools einsetzen, um Länder mit niedrigem ETR zu identifizieren und eine zeitnahe, prüfbare Berichterstattung zu unterstützen.

Die sektorspezifischen Auswirkungen sind bemerkenswert:

  • Die Konzerne des verarbeitenden Gewerbes müssen die Nachverfolgung von Vermögenswerten verbessern, um die Berechnung des substanzbasierten Einkommensausschlusses zu unterstützen.
  • Digitale Unternehmen sind mit der Komplexität konfrontiert, die sich aus der Zuweisung von Einkünften in verschiedenen Ländern und dem Umgang mit Risiken ergibt, wenn Steuern auf digitale Dienstleistungen nicht als erfasste Steuern behandelt werden.
  • Pharmazeutische Unternehmen müssen die Einstufung von F&E-Anreizen sorgfältig prüfen, da Behandlungsunterschiede die ETR-Ergebnisse erheblich beeinflussen können.

Die Konsistenz der Finanzdatenquellen ist ebenfalls entscheidend. Unabhängig davon, ob Sie konsolidierte oder lokale Abschlüsse verwenden, müssen Organisationen die von ihnen gewählte Grundlage konsequent anwenden, um eine Überprüfung zu vermeiden.

Risikomanagement und Vorbereitung auf die Umsetzung

Zu den üblichen Risiken gehören die Annahme, dass lokale QDMTTs automatisch mit den OECD-Standards übereinstimmen, und das Versäumnis, die Sensibilität für Anpassungen wie Änderungen der Verrechnungspreise zu testen. Die frühzeitige Einbeziehung der Innenrevision ist unerlässlich, um die Kontrollen der Datenerfassung und -berichterstattung zu überprüfen.

Ein strukturierter Fahrplan für die Umsetzung ist entscheidend. Zu den Prioritäten für das GJ 2026/27 gehören:

  • Abschluss der Datenintegration zwischen ERP-Systemen und GloBE-Engines
  • Durchführung von Trockenübungen mit Daten aus dem Vorjahr
  • Überwachung der legislativen Entwicklungen in lokalen QDMTTs
  • Einrichtung von robusten Kontrollen für die Berichterstattung und die Bereitstellung von Prozessen

Steuerteams sollten auch eine klare Dokumentation über die Klassifizierung von Unternehmen, latente Steuerpositionen und den Qualifikationsstatus der inländischen Mindeststeuern führen.

Schlussfolgerung

Das OECD-Side-by-Side-Paket vollendet den Übergang der zweiten Säule von der Politik zur Praxis. Für multinationale Unternehmen wird der Erfolg weniger von der Auslegung der Gesetzgebung als vielmehr vom Aufbau robuster, integrierter Systeme abhängen, die eine genaue und rechtzeitige Einhaltung der Vorschriften gewährleisten.

In diesem neuen Umfeld werden führende Steuerabteilungen GloBE als eine Herausforderung in Bezug auf Daten und Governance sowie als eine technische Steueranforderung betrachten.

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