Markteinblicke: Die Sichtweise aus dem Vereinigten Königreich
Die Stimmung unter britischen Unternehmern hinsichtlich des aktuellen Umfelds für internationale Expansion liegt unter dem weltweiten Durchschnitt, ist mit 7,7 von 10 Punkten jedoch weiterhin positiv, und 83 % gehen davon aus, dass sich das Umfeld in den kommenden Jahren verbessern wird.
Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie bei Ihrer internationalen Expansion begegnet sind?
Die Diversifizierung der Märkte war hier ein wesentlich stärkerer Motivationsfaktor für die internationale Expansion als in jedem anderen untersuchten Land (48 % gaben dies an, verglichen mit 35 % weltweit), und der Anteil ist gegenüber 31 % im Jahr 2024 gestiegen. Dieser Wunsch, die Abhängigkeit von einem einzelnen Markt zu verringern, könnte darauf hindeuten, dass britische Unternehmen auch ein Jahrzehnt nach dem Brexit-Votum noch immer mit den Folgen des Austritts aus der EU zu kämpfen haben.
Außerdem geben sie häufiger als ihre Kollegen in anderen Teilen der Welt an, dass sie bei ihrer Internationalisierung Schwierigkeiten hatten, die richtigen lokalen Partner zu finden, mit denen sie zuverlässige und vertrauensvolle Beziehungen aufbauen konnten – tatsächlich war dies für sie die größte Herausforderung (für 47 %).
Berichten zufolge hatten Zölle einen geringeren Einfluss auf die globale Unternehmensstrategie als im Durchschnitt (49 % gaben an, dass der Einfluss erheblich war, verglichen mit 57 % weltweit), was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass das Vereinigte Königreich von der Härte der US-Zölle verschont blieb, die 2025 gegen viele andere Länder verhängt wurden.
Günstige Handelsabkommen haben jedoch mittlerweile oberste Priorität bei der Auswahl von Zielländern – 49 % gaben dies an, gegenüber 36 % im Jahr 2024.
Wie auch anderswo nannten britische Unternehmer die Schwierigkeit, globale Standards mit lokaler Flexibilität in Einklang zu bringen, als größte Herausforderung bei der Wahrung der Unternehmenskultur im Zuge der Expansion ins Ausland (42 %). Das zweitgrößte Problem war jedoch die einheitliche Vermittlung der Unternehmenskultur in den verschiedenen Ländern (mit 36 % lag dieser Wert über dem globalen Durchschnitt von 29 %).
Diese Ergebnisse spiegeln im Großen und Ganzen wider, was wir im Vereinigten Königreich beobachten. Es herrscht ein vorsichtiger, aber echter Optimismus hinsichtlich der internationalen Expansion.
Diese Denkweise wird durch den Druck auf den heimischen Märkten vorangetrieben, verbunden mit einem besseren Zugang zu Technologie, künstlicher Intelligenz und globalen Netzwerken, wodurch eine Expansion leichter erreichbar erscheint.
Aus jüngsten Gesprächen mit Kunden geht hervor, dass die größten Sorgen unerwartete Kosten, regulatorische Änderungen und die Suche nach den richtigen Mitarbeitern vor Ort sind. Gleichzeitig herrscht große Begeisterung dafür, neue Kunden zu gewinnen, Technologien zu nutzen, um schneller zu wachsen, und Partnerschaften aufzubauen, die das Wachstum beschleunigen.
Die wichtigste Erkenntnis für internationale Unternehmen lautet, dass der Erfolg davon abhängt, die lokalen Gegebenheiten richtig einzuschätzen. Unternehmen unterschätzen häufig die Komplexität der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Kultur und des Arbeitsmarktes in neuen Märkten sowie den Wert vertrauenswürdiger lokaler Berater und Partner, die ihnen dabei helfen, sich darin zurechtzufinden.
Alex Peal, Vorsitzender von Kreston UK und Irland sowie geschäftsführender Gesellschafter bei James Cowper Kreston
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